


Implantate gelten als die eleganteste Lösung für Zahnersatz. Bislang dauerte es aber oft Monate, den Kiefer entsprechend vorzubereiten. Sofortimplantate bieten eine zeitnahe Lösung. Ab 40 Jahren sind lückenlose Zahnreihen nicht mehr selbstverständlich. Mit zunehmendem Lebensalter dezimiert sich die Anzahl der Zähne kontinuierlich. 3,5 Millionen Deutsche jenseits der 60 haben keine eigenen natürlichen Zähne mehr. Implantate bieten in diesem Fall eine dauerhafte Lösung. Allerdings ist die Standardtechnik aufwendig. Der Grund: Um den dreiteiligen Zahnersatz, bestehend aus dem in den Kieferknochen eingeschraubten Implantat, dem in diesem versenkten Pfosten und darauf aufgesetzter Krone dauerhaft zu be-festigen, muss der Zahnarzt häufig erst den Kieferknochen seines Patienten aufbauen. Dazu nutzen Mediziner Knochenersatzmaterialien, spezielle Knochenspreizverfahren oder die Transplantation von Konchenmaterial aus dem Kieferbereich oder Beckenkamm. Bis der Kieferknochen auf diese Weise ausreichend vorbereitet ist, verstreichen oft Monate. Wird das Implantat anschließend eingesetzt, muss der Patient wiederum einige Monate warten, bis es gut eingewachsen ist Für einige Patientengruppen, beispielsweise Diabetiker, Osteoporosekranke oder Raucher eignet sich die gängige Methode nicht. |
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| Lange Implantate, schräg eingesetzt | ||
Eine neue Technik kommt ohne diese Einschränkungen aus. Innerhalb eines Tages können so genannte Sofortimplantate, die umgehend belastbar sind, Zahnlücken schließen. Der aufwendige Knochenaufbau und langwieriges Einwachsen sind nicht erforderlich. „Möglich wird das durch eine besondere Art von Implantaten und ihrem Einsatz im Kiefer“, erklärt Wolfgang Bolz, Spezialist für Implantologie der European Dental Organisation (EDA). Ist der Kieferknochen altersbedingt, durch Osteoporose oder Parodontitis etwas zurückgegangen, benutzt der Zahnarzt besonders lange Implantate und versenkt sie tief im Kiefer, dort, wo der Knochen gesund ist. Dabei setzt er die schmalen Titanstifte nicht wie bei der herkömmlichen Methode senkrecht, sondern schräg. „Auf diese Weise wird der gesamte Knochen stabilisiert und statisch verstrebt, so ist das Implantat auch rasch belastbar“, erklärt Hannes Wachtel, Zahnheilkundeprofessor mit Lehrtätigkeit an der Charité in Berlin und an der Universität Göteborg. Die Methode „Feste dritte Zähne an einem Tag“ eignet sich übrigens nicht nur bei völligem Zahnverlust, sondern auch, wenn in Ober- oder Unterkiefer nur auf einer Seite die Zähne fehlen. |
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| Diagnostik, Operation und Kosten | ||
Zu Beginn der Behandlung stehen sorgfältige Diagnostik und präzise Vorbereitung: die zahntechnische Analyse, eine dreidimensionale Röntgenaufnahme und die Planung des Zahnersatzes. Dazu ist nur eine Sitzung beim Zahnarzt nötig. Etwa eine Woche später findet die ambulante Operation statt. Der Ablauf: Die meisten Eingriffe können unter lokaler Betäubung durchgeführt werden, eventuell unter einer sog. Wachnarkose oder Analgosedierung. Der Chirurg öffnet den Ober- bzw. Unterkiefer an vier Stellen, schraubt die Implantate ein und setzt darauf die Pfosten. In der Zwischenzeit hat der Zahntechniker bereits begonnen, die festsitzende und implantatgetragene Prothese anzupassen, die bis zu zwölf Zähne umfassen kann. Dann wird sie eingesetzt. Am gleichen Abend kann der Patienten bereits die neuen Zähne etwas belasten, anfangs mit weicher Kost, nach etwa sechs Wochen dann wieder ganz normal. |
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| Auch für Diabetiker geeignet | ||
Ausschlusskriterien, welche Patientengruppen nicht auf diese Weise behandelt wer-den sollten, gibt es nur wenige. Ist der allgemeine Gesundheitszustand gut, gibt es grundsätzlich auch keine Altersbeschränkung. Auch bei gut eingestellten Diabetikern gibt es gute Erfahrungen. Im Prinzip raten Wissenschaftler nur Patienten ab, die Bisphosphonate erhalten. Das sind meist per Injektion oder in Tablettenform verabreichte Medikamente gegen Osteoporose. Selbst Parodontitis, also die Entzündung des Zahnhalteapparats mit Knochen und Zahnfleisch, ist kein Hindernisgrund, vorausgesetzt, der Patient ist ausreichend vorbehandelt. Wichtig für das Gelingen der Behandlung ist jedoch vor allem für diese Patienten die engmaschige Kontrolle nach dem Eingriff und sorgfältigste Hygiene. Wer Parodontitis hat, ist nämlich besonders gefährdet, Entzündungen an Implantaten zu bekommen. |
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| Kosten sind privat zu tragen | ||
| Weil der aufwändige Knochenaufbau wegfällt und die Behandlung nur einen Schritt umfasst, liegen sie niedriger als für herkömmliche Techniken. Allerdings muß vor Behandlungsbeginn vom implantologischen Spezialisten genau überprüft werden, ob diese Methode für den Einzelfall geeignet ist. | ||


